Polnische Kronjuwelen in der Burg Ľubovňa in den Jahren 1655 – 1661

16.06.2010 10:37



Man schreibt das Jahr 1320 und der Nachfolger des polnischen Throns, Vladislav der I. Lokietko lässt für seine Krönung die neuen polnischen Kronjuwelen machen: die Krönungskrone (Corona Privilegiata), das Krönungszepter und den Apfel. Die Kronjuwelen, die Vladislav der I. machen ließ, wurden zur offiziellen Königskrönung erst im Jahr 1764 bei der Krönung des letzten polnischen Königs Stanislav August Poniatovský benutzt. Vladislav der I. Lokietko berief sich auf den ersten polnischen König Boleslav Chrabrý, und daher trägt bis heute die Krönungskrone den Namen „Boleslav Chrabry Krone“.

Eines der wichtigsten Ereignisse in der siebenhundertsten Tradition der Burg Ľubovňa wurde die Versteckung der polnischen Kronjuwelen in der Burg in den Jahren 1655 – 1661. Die Burg Ľubovňa war in dieser Zeit ein Teil des polnischen Reiches als sogenannter „Zipser Pfand“ (1412 – 1772). Die Kronjuwelen und der ganze königliche Schatz wurden im Jahr 1655 nach dem Überfall des polnischen königlichen Reiches durch die Schweden auf die Burg Ľubovňa übergeführt.

Im Sommer 1655 marschierte in Polen die schwedische Armee der deutschen Mieter von Charles X. Gustav ein. Sehr schnell fielen polnische Städte (u.a. Poznan, Warschau und im Oktober des selben Jahres auch Krakau). Selbst der König Johann Kasimir von der schwedischen Dynastie Vasovcov war in Gefahr. Die Adel war demoralisiert und so verließ der König nach einiger Zeit Krakau. Der König flieht vor der schwedischen Armee in Richtung – Nowy Wisnicz, Nowy Sacz, Crorstyn – bis auf die Burg Ľubovňa. Auf Grund der Information über das rasche Vordringen der schwedischen Armee in den Süden wurde der Königsschatzraum aufgeschlossen und die wertvollsten Königsschätze sofort auf die Burg Ľubovňa transportiert.

Den gesamten Prozess der Übertragung der Königsschätze sicherte damaliger Bürgermeister für Zips, Juraj Lubomirsky, mit Kurzmitteilungszentrale auf der Burg Ľubovňa. Wahrscheinlich exportierte er aus dem Königsschatzraum Kisten mit Juwelierwaren und die wertvollsten Archivdokumente des polnischen Königreiches. Juraj Lubomírsky wurde durch den König Johann Kasimir zum Armeekommandanten ernannt und die Armee blieb auch in diesen schweren Zeiten dem polnischen Königreich treu. Der ganze Königsschatz war bis 1661 auf der Burg Ľubovňa versteckt, dann wurde er zürück auf die Königsburg Wawel in Krakau gebracht.

Im Jahr 1656 besuchte die Burg Ľubovňa der König Johann Kasimir selbst. Eine detaillierte poetische Beschreibung der Ankunft des Königs auf die Burg Ľubovňa ist bei Henrich Siennkiewicz zu finden.

Museum in Ľubovňa – die Burg stellt die Repliken der polnischen Kronjuwelen aus:

Die Boleslav Chrabry Krone
Der Krönungsapfel
Das Krönungszepter
Der Krönungsmantel des letzten polnischen Königs Stanislav August Poniatovský

 

Die Boleslav Chrabry Krone benutzte man hoheitlich bei der offiziellen Königskrönung des polnischen Königs in den Jahren 1320 – 1764. Derzeit ist es nicht möglich, das ursprüngliche Original der Krone zu sehen, weil sie wahrscheinlich im Jahre 1784 der preußische Kaiser Fridrich Wilhelm II. aus der königlichen Schatzkammer der Burg Wawel exportierte. Im Jahr 1811 waren wahrscheinlich Edelsteine (Rubine, Saphire, Smaragden und Perlen) aus der Krone herausgenommen und die goldene Krone auf den Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm des III. geschmolzen. Zusammen mit der Krönungskrone gingen wahrscheinlich auch weitere 4 Kronen, 5 Zepter, 6 Schwerter und viele weitere wertvolle königliche Gegenstände verloren.

Die ausgestellten Kronjuwelen in der Kapelle des heiligen Michal auf der Burg Ľubovňa stellte der Restaurator Józef Walczyk her. Als zuverlässige Unterlage zur Herstellung der Faksimile wurde das Archivmaterial aus dem 18. Jahrhundert herangezogen, das sich in der Form von Aufzeichnungen von Joseph Christoph Werner und in Form der Kollektion von 22 Porträts von Marcello Bacciarelli rekonstruieren lässt.

 

Die Symbolik der Krönungsmerkmale:

Die Krone: symbolisierte die Verbindung des Herrschers mit dem Gott. Mit der Verlegung der Krone auf den Kopf des Königs und mit seiner folgenden Salbung mit heiligen Ölen erhielt der Monarch übernatürliche Macht und wurde zum übernatürlichen Wesen. Diese Symbolik hatte ihre Wurzeln in alten Zeiten, damals wurden Könige als Söhne Gottes betrachtet.

Der Apfel: symbolisierte die Macht der Regierung, deren Geltungsbereich die ganze Welt umfasst.

Das Schwert: symbolisierte die militärische und administrative Macht des Monarchen und verpflichtete zugleich den König zum Schutz des Reiches und der Untertanen.

In Ausnahmefällen war ein Teil der Kronjuwelen auch ein speziell angepasster königlicher Thron, ein Kleid und ein Ring.
 

Technische Parameter der angezeigten Schmuckware:

Verwendete Metalle - Gold, Silber, Kupfer, Messing, Bronze
Metallverarbeitung – die Schmiedearbeiten, das Repassieren, die Radierung, die Ziselierung, das Gießverfahren, das Ränderieren, das Löten
Die Arten der verwendeten (künstlichen) Steine - Smaragde, Saphire, Rubine, Diamanten, Topas
Bei der Herstellung wurden synthethische und Acryl-Steine und Süßwasserperlen verwendet.

  

Die Anzahl:

Die Krone – 280 größere und kleinere Steine (Smaragde, Saphire, Rubine), 80 Perlen

Das Zepter - 9 Steine (Smaragde, Saphire, Rubine, Diamanten, Topas)

Der Apfel – 6 Steine (Rubine und Süßwasserperlen)

  

Schmuck Gewicht:

Die Krone: 1,5 Kg

Das Zepter: 0,8 Kg

Der Apfel: 0,35 Kg

  

Die Krone: ursprünglich aus purem Gold hergestellt, bestand aus neun Segmenten, verziert mit 474 Edelsteinen - Rubinen, Smaragden, Saphiren und echten Perlen.


Das Burgmuseum Ľubovňa dankt den Spendern, die die Produktion der Ausstellungsrepliken der polnischen Kronjuwelen unterstützt haben.


Die Spender:

Die Stadt Stará Ľubovňa - 3400 Euro
Die Bürgervereinigung Freunde der Burg Ľubovňa - 2600 Euro
Polnisches Institut in Bratislava - 1000 Euro



Kontakt:

PhDr. Dalibor Mikulik

Custodian of the castle

mobil : +421 902 653 490

e-mail : hradlubovna@slnet.sk



—————

Späť


Kontakt

Ľubovnianske múzeum - hrad v Starej Ľubovni

Zámocká 22, 064 01 Stará Ľubovňa, Slovakia

+ 421 52 432 24 22
+ 421 52 432 23 02
+ 421 910 340 050



Bilddokumentation:

1. Skizzen der Kronjuwelen von John Christopher Werner aus dem 18. Jahrhundert - 3 Stück

2. Fragment (Lilie) der Boleslav-Chrabý-Krone

3. König Vladislav Lokietko, der im Jahre 1320 als erster mit der Boleslav-Chrabý-Krone gekrönt wurde.

4. Königin Hedwig

5. König Ludwig I. der Große

6. Kráľ Kazimír der Große

7. Porträt von König Vladislav Lokietko

8. König Stanislaw August Poniatovský, der im Jahr 1764 als letzter mit der Boleslav- Chrabý-Krone gekrönt wurde.

9. König Johann Casimir, der im Jahre 1656 die Burg Ľubovňa besuchte und eine Überprüfung des polnischen königlichen Schatzes machte.

10. Zipser Bürgermeister Juraj Ľubomírsky

11. Die Königsburg Wawel